Bahnhof

Bahnhof: Nach der klassischen Definition ist ein Bahnhof eine Bahnanlage mit mindestens einer Weiche; hier können Züge beginnen, enden, halten, kreuzen, überholen oder wenden. Nach neuer Praxis sind Bahnhöfe auch Betriebsstellen ohne Weichen, jedoch mit Ein- und Ausfahrtssignalen. Bahnhöfe haben in Deutschland Bahnhofskurzbezeichnungen nach RAL 100 und eine Bahnhofsnummer nach DIUM. Fachsprachlich ist der Bahnhof in Deutschland durch die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) in § 4 Abs. 2 definiert: „Bahnhöfe sind Bahnanlagen mit mindestens einer Weiche, wo Züge beginnen, enden, ausweichen oder wenden dürfen.“

Bahnhof

Bahnhof

Bahnhof


Bahnhofsarten

  • Endbahnhof -  Ein Endbahnhof liegt am Ende einer Bahnstrecke oder mehrerer Strecken. Die architektonische Form oder weitere Eigenschaften sind durch diesen Begriff nicht festgelegt.
  • Zwischenbahnhof - Ein Zwischenbahnhof ist eine Betriebsstelle an einer durchgehenden Bahnstrecke. Teilweise versteht man unter einem Zwischenbahnhof nur einen, von dem keine weitere Strecken abzweigen, teilweise wird auf diese Unterscheidung verzichtet bzw. zwischen einfachen Zwischenbahnhöfen und Zwischenbahnhöfen mit Streckenverzweigungen unterschieden.
  • Trennungsbahnhof - Einem Trennungsbahnhof zweigt mindestens eine Strecke ab, wobei im Unterschied zum Anschlussbahnhof ein Übergang von Zügen von der einen auf die andere Strecke üblich ist, z. B. Essen Hbf, Bahnhof Arth-Goldau, Innsbruck Hbf.
  • Anschlussbahnhof - Ein Anschlussbahnhof ist ein Bahnhof, wo von einer Strecke (mindestens) eine weitere abzweigt, wobei es (je nach Definition) keinen regelmäßigen durchgehenden Zugverkehr gibt (was jedoch betriebliche Verbindungen und Wagenübergang nicht ausschließt) bzw. die abzweigende Strecke deutlich untergeordnet ist. Teilweise wird in der Literatur auch nicht zwischen Anschluss- und Trennungsbahnhöfen unterschieden.
  • Berührungsbahnhof -  Ein seltener Typ ist der Berührungsbahnhof, in dem sich zwei Strecken berühren, ohne sich zu kreuzen, z. B. Bahnhof Montabaur, Bahnhof Landquart oder Bahnhof Weida. Dabei kann es aber Gleisverbindungen zwischen den Gleisen beider Strecken geben.
  • Knotenbahnhof - Ein Knotenbahnhöfe sind in diesem Zusammenhang mehrfache Trennungs- und/oder Kreuzungsbahnhöfe einer größeren Anzahl von Strecken.

Bahnhofsteil

Ein Bahnhofsteil (in Deutschland abgekürzt: Bft) ist ein Teilbereich eines Bahnhofs. Eine Reihe von größeren Bahnhöfen ist in Bahnhofsteile untergliedert, die durch Zwischensignale getrennt sein können. Unter Umständen können auch Regional- und S-Bahn Stationen Bahnhofsteile sein.


Haltepunkt

Ein Haltepunkt (Abkürzung: Hp), in Österreich, der Schweiz und Südtirol Haltestelle (Abkürzung: Hst) genannt, ist eine Bahnanlage, an der Passagiere Züge besteigen oder verlassen können. Im Unterschied zu einem Bahnhof besitzt ein Haltepunkt keine Weichen; Ausnahmen bestehen aber, wenn dieser mit einer anderen Betriebsstelle örtlich verbunden ist. Die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung definiert einen deutschen Haltepunkt in § 4 Abs. 8: „Haltepunkte sind Bahnanlagen ohne Weichen, wo Züge planmäßig halten, beginnen oder enden dürfen.“

 

Haltepunkt


Bahnsteiganlage

Der Bahnsteige ist der bauliche Hauptteil eines Bahnhofes oder eines Haltepunktes aber es gibt verschiedene Arten von Bahnsteigen die je nach Lage und auch Verwendungszweck benannt werden. Die Bahnsteige werden in folgende Bauformen untergliedert:

  • Hausbahnsteig ist ein Bahnsteig, der sich direkt vor dem Empfangsgebäude eines Bahnhofs befindet und daher von dort ohne Queren von Gleisen durch die Fahrgäste erreicht werden kann.Zwischenbahnsteig
  • Außenbahnsteig bedienen nur ein Gleis und liegen daher in der Regel an einer „Seite“ des Bahnhofes. Seitenbahnsteige erfordern keine Aufweitung des Gleisabstandes. Daher sind sie insbesondere bei nachträglicher Anlage an bestehenden Strecken kostengünstiger anzulegen als Mittelbahnsteige.
  • Mittelbahnsteig oder Inselbahnsteig gibt es Gleise auf beiden Seiten des Bahnsteigs, das Bahnsteigmobiliar inklusive Informationsausrüstung kann für beide Gleise genutzt werden.
  • Zungenbahnsteig schließen an einem Bahnsteig oder der Zulauffläche an und enden am anderen Ende zwischen Gleisen.
  • Zwillingsbahnsteig spricht man von einem Bahnsteig der das Zusteigen in einem Zug von beiden Gleisseiten ermöglicht, dies wird auch "Spanische Lösung" genannt.
  • Querbahnsteig ist eine besondere Bauform von Bahnsteigen auch Kopfbahnsteig genannt. Ihm sind meist ein oder zwei Empfangshallen vorgelagert. Als wichtigster Bahnsteig in einem Kopfbahnhof ist er in der Regel auch der breiteste.
  • Kombibahnsteig ist meist ein Inselbahnsteig, bei dem an den beiden Seiten zwei verschiedene Verkehrsmittel halten. Diese Bauweise existiert häufig an Busbahnhöfen, an den Straßenbahnen halten.
  • Gebäckbahnsteig dienen zur Verladung von Gepäck und von Expressgut in Reisezügen und die nicht für den Zugang durch die Reisenden bestimmt waren. (zum Beispiel: Leipzig Hauptbahnhof)
  • Sonderbauformen von Bahnsteigen
    • Beweglicher Bahnsteig bewegt sich abhängig von den zu bedienenden Zügen
    • Kombibord ist eine besonders konstruierte Bahnsteigkante, die einen barrierefreien Einstieg zu zwei unterschiedlichen Fahrzeugtypen bzw. Verkehrsmitteln ermöglicht.

Bahnhofkurzbezeichnung:

Abkürzung nach RL 100 der DB (Betriebsstellenverzeichnis http://data.deutschebahn.com/dataset/data-betriebsstellen). Der Anfangsbuchstabe der zwei bis fünf Buchstaben umfassende Abkürzungbezieht sich auf die ehemaligen Direktionszughörigkeit (der DRG und DR).

  • A = Hamburg (frühere Direktion Altona)
  • B = Berlin
  • D = Dresden
  • E = Essen
  • F = Frankfurt/M
  • H = Hannover
  • K = Köln
  • L = Halle
  • M = München
  • N = Nürnberg
  • R = Karlsruhe
  • S = Saarbrücken
  • T = Stuttgart
  • U = Erfurt
  • W = Schwerin

Beispiel: LL = Leipzig Hbf ein Bf;  LLMK = Leipzig Markt ein Bft


Internationale Bahnhofsnummer (IBNR)

Die Internationale Bahnhofsnummer (IBNR) wurde eingeführt, um die Eindeutigkeit von Personenbahnhöfen und Haltestellen sicherzustellen. Die IBNR ist achtstellig und besteht aus dem zweistelligen UIC-Ländercode (für Deutschland zum Beispiel die Ziffern „80“, für Österreich „81“, für die Schweiz „85“), der eigentlichen fünfstelligen Bahnhofsnummer und einer Selbstkontrollziffer, die aber oft weggelassen wird. Die Eingabe zum Beispiel bei der Abfrage der Abfahrtstafel oder von Reiseverbindungen wird durch die Verwendung der IBNR vor allem bei längeren Namen erheblich beschleunigt.
Beispielsweise hat der Bahnhof von Georgensgmünd die IBNR „8002237“. In deutschen Auskunftssystemen (zum Beispiel HAFAS) kann der Ländercode und die dazwischen stehenden Nullen (für deutsche Bahnhöfe) weggelassen werden.
In der Schweiz ist die Nummer nach dem Namen der maßgeblichen Datenbank als DIDOK-Nummer bekannt. Grundsätzlich hat auch jede Haltestelle des öffentlichen Verkehrs (Bus, Schiff, Seilbahnen) eine solche Nummer.


Kursbuchnummer

Im Kursbuch sind die Kursbuchstrecken (KBS) nach dreistelligen Nummern sortiert. Sie dienen dazu, dem Fahrgast die Orientierung in den Fahrplantabellen im Kursbuch zu erleichtern. Daher erfolgt die Einteilung und Nummerierung der Kursbuchstrecken nach örtlichen und verkehrlichen Gesichtspunkten, wie z. B. Zugläufen. Die Nummerierung der Kursbuchstrecken wurde seit dem 2. Weltkrieg in den Jahren 1950, 1970 und 1992 in größerem Umfang verändert. Zum Fahrplanwechsel gibt es immer wieder kleinere Änderungen. Die Kursbuchstreckennummern sind also zeitlich und örtlich betrachtet nicht immer eindeutig. Strenggenommen verbirgt sich hinter einer Kursbuchstrecke eine verkehrlich sinnvolle Zusammenfassung von VzG-Strecken oder Teilen davon, über die die Züge einer Kursbuchstrecke fahren.

 Kursbuchstreckennummer - Systematik

  • KBS 100 bis KBS 199: Region Hamburg und Küstenländer, ehem. Bundesbahndirektion Hamburg
  • KBS 200 bis KBS 299: Region Berlin/Brandenburg/Sachsen-Anhalt/Ostsachsen, ehem. Reichsbahndirektion Berlin, Cottbus, Greifswald, Halle, teilweise Magdeburg, Schwerin, Wittenberge, teilweise Dresden
  • KBS 300 bis KBS 399: Region Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, ehem. Bundesbahndirektion Hannover, teilweise Reichsbahndirektion Magdeburg
  • KBS 400 bis KBS 499: Region Nordrhein-Westfalen, ehem. Bundesbahndirektionen Essen und Köln
  • KBS 500 bis KBS 599: Region Sachsen/Kursbuchstrecken Thüringen, ehem. Reichsbahndirektion Erfurt, teilweise Dresden, teilweise Halle
  • KBS 600 bis KBS 699: Region Westthüringen/Hessen/Nordbaden/Rheinland-Pfalz/Saarland, ehem. Reichsbahndirektion Erfurt (teilweise), Bundesbahndirektion Frankfurt und Saarbrücken
  • KBS 700 bis KBS 799: Region Baden-Württemberg, ehem. Bundesbahndirektion Karlsruhe und Stuttgart
  • KBS 800 bis KBS 899: Region Nordbayern, ehem. Bundesbahndirektion Nürnberg
  • KBS 900 bis KBS 999: Region Nordbayern/Südbayern, ehem. Bundesbahndirektion München, teilweise Nürnberg

Streckennamen

Bahnstrecken in Deutschland haben eine Kursbuchnummer und auch eine Streckennummer. Aber es gibt auch Strecken bzw. Kursbuchnummern die einen Streckennamen besitzen. Die Bezeichnung der Bahnstrecken rühert von geologischen Besonderheiten, Betreibern, Namen von Orten oder aus der geschichtlichen Vergangenheit der Strecken her.


VzG Streckennummern

Streckennummern werden für die Bezeichnung und Identifizierung von Eisenbahnstrecken oder einzelnen Abschnitten davon verwendet. In Deutschland bzw. bei der Deutschen Bahn AG gibt es insgesamt drei verschiedene Nummernsysteme, die sich entsprechend ihrem Anwendungsgebiet unterscheiden. Darüber hinaus gibt es die Nummern der Buchfahrpläne, die hier nicht betrachtet werden.

 

Das Nummernsystem des VzG erlaubt es, anhand der vierstelligen VzG-Streckennummer und des Streckenkilometers beliebige Infrastrukturelemente einer Strecke wie Betriebsstellen, Brücken, Tunnel usw. eindeutig zuordnen zu können. Im STREDA bzw. VzG sind alle Strecken enthalten, die die Voraussetzungen für die Durchführung von planmäßigem Zugverkehr erfüllen. Ebenso sind geplante, im Bau befindliche, stillgelegte, abgebaute, veräußerte und nicht gebaute Strecken enthalten, soweit der Bahn Rechte oder Rechtsverpflichtungen zugeordnet sind. Somit sind die VzG-Streckennummern die einzig amtlichen Streckennummern. Sie sind eindeutig und verändern sich im Gegensatz zu den Kursbuchstreckennummern nicht im Laufe der Zeit. VzG-Streckennummern werden deshalb auch außerhalb der Deutschen Bahn AG bei Ausschreibungen von Bauleistungen, Planung von Bauten, Raumordnung usw. verwendet.

  • 1xxx = Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen
  • 2xxx = Nordrhein-Westfalen
  • 3xxx = Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
  • 4xxx = Baden-Württemberg
  • 5xxx = Bayern
  • 6xxx = Brandenburg, Berlin, Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt
  • 7xxx = ursprünglich nur DB-Strecken im Ausland, wird seit einiger Zeit auch für kurze Verbindungskurven verwendet
  • 9xxx = Nichtbundeseigene Eisenbahnen, bei von der DB Netz AG gepachteten Strecken kann durchaus auch die VzG-Streckennummer weitergeführt werden.