In diesem Glossar findet ihr einige Begriffe aus der Welt der Eisenbahn die ich hier etwas erklären werde. Außerdem entsteht hier eine Übersicht über die Betriebsstellenabkürzungen (RL100), Erklärungen von Beschriftungen an Lokomotiven und einiges mehr.

Ausbaustrecke:

Ertüchtigung einer bestehenden Bahnstrecke des Bestandsnetzes durch bauliche Maßnahmen (z.B. Erhöhung der Anzahl der Gleise, Kurvenbegradigung, Ersatz von Bahnübergängen durch Brücken oder Tunnel) zur Erhöhung der Geschwindigkeit oder Kapazität der Strecke.

  • Köln - Düsseldorf - Duisburg (200 km/h)
  • Berlin - Hamburg (230 km/h)
  • Köln - Düren (250 km/h)
  • Hannover - Wolfsburg (200 km/h) Teilstrecke der Schnellfahrstrecke Hannover - Berlin
  • Ingolstadt - München (200 km/h)

Abzw → Abzweigstelle:

Blockstelle der freien Strecke, wo Züge von einer auf eine andere Strecke wechseln können. Im Zuge des Baues neuer ESTW fallen oft bahnhofsnähe Abzw weg oder werden als Bahnhofsteil (Bft) behandelt.

AC → Alternating current:

Wechselspannung. Gebräuchlich sind die europäischen Eisenbahnen 15kV 16,7 Hz oder 25kV 50 Hz (Rhätische Bahn 11 kV, 16,7 Hz)

AEG → Allgemeines Eisenbahn Gesetz:

Gesetz vom 27.12.1993, zuletzt geändert am 26.02.2008, das den sichern Betrieb von Eisenbahnen, die Sicherung des Wettbewerbes auf der Schiene und den Betrieb von Eisenbahn-Infrastrukturen regelt.

AB → Anschlussbahn:

Früher meist nichtöffentliche d.h. für den öffentlichen Güterverkehr nicht zugänige Industrie,- Werks,- oder Hafenbahn. Hafenbahnen der öffentlichen See- und Binnenhäfen haben heute meist Zugangskriterien als Serviceeinrichtungen EIU. Viele Binnenhäfen entwickeln sich als Hubs und sind als bi- oder trimodale Terminals im Güterverkehrsstrom eingebunden. Einige Betreiber haben mittlerweile Tochterfirmen, die selbst als EVU agieren.

Anst → Anschlussstelle:

Bahnanlagen auf freier Strecke, wo ein Züge ein angeschlossenes Gleis als Rangierfahrt befahren können, ohne das die Blockstrecke für einen anderen Zug freigegeben wird.

ARA → ARA-Häfen:

Sammelbegriff für die Seehäfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerben (zusammen mit Zeebrugge auch als ZARA-Häfen bezeichnet).

ASig → Ausfahrtsignal:

ist ein Eisenbahnsignal. Ein Ausfahrtsignal ist das letzte in Fahrtrichtung stehende Hauptsignal eines Bahnhofs, das bei einer Fahrt in Richtung freie Strecke passiert wird. Die freie Strecke beginnt jedoch nicht am Ausfahrtsignal selbst, sondern auf Höhe des Einfahrsignals der Gegenrichtung. Kein Zug darf aus einem Bahnhof ohne Zustimmung des Fahrdienstleiters abfahren. Im Regelfall erteilt der Fahrdienstleiter die Zustimmung zur Abfahrt durch das „auf Fahrt stellen“ des Ausfahrsignals.

ATB → Automatitsche treinbeinvloeding

(Automatische Zugbeeinflussung) in den Niederlanden angewandte Zugbeeinflussung. Die ATB arbeitet linienförmig und kann Signalbegriffe von der Strecke zum Fahrzeug (Führerstand) übertragen.

Ausziehgleis:

bezeichnet man in Bahnhöfen ein meist parallel zu einem Streckengleis verlegtes Stumpfgleis, das zum Rangieren benötigt wird. Ein Ausziehgleis ist vorteilhaft, weil es das Rangieren unabhängig vom Zugverkehr ermöglicht. In Bahnhöfen ohne Ausziehgleis muss eine Rangeierfahrt zum Verteilen der Wagen in mehrere Bahnhofsgleise oder auch nur zum Umsetzen in ein anderes Gleis meist auf das Streckengleis ausziehen, wobei die Rangierfahrt den sonstigen Zugverkehr blockiert.

Awanst → Ausweichanschlussstelle:

Anschlussstelle, bei der die Blockstelle für ein anderen Zug freigegeben werden kann.

AVE → Alta Velocidad Espanola

Spanischer Markenname für das Hochgeschwindigkeitsnetz in Spanien.

Bf → Bahnhof:

Ein Bahnhof ist eine Bahnanlage mit mindestens einer Weiche; hier können Züge beginnen. enden, halten, kreuzen (dem Gegenzug ausweichen), überholen oder wenden. Nach neuer Praxis sind Bahnhöfe auch Betriebsstellen ohne Weichen, jedoch mit Ein,- und Ausfahrtsignalen (Esig und Asig). Bahnhöfe haben in Deutschland eine Bahnhofskurzbezeichnung nach RL100 und eine Bahnhofsnummer (bei Gbf nach DIUM)

Bahnhofsgleis:

Bahnhofsteil, auf dem keine Zugfahrten, sondern nur Rangierbewegungen stattfinden. Bahnhofsgleise können Ausziehgleise des Bahnhofes sein oder an dem Bahnhof (Bf) anschließende Teilstrecken von Stecken, die stillgelegt sind und nach der Streckenstillleckung auch weiterhin für die Bedienung von Anschlüssen benötigt wird.

Bahnhofkurzbezeichnung:

Abkürzung nach RL 100 der DB (Betriebsstellenverzeichnis http://data.deutschebahn.com/dataset/data-betriebsstellen). Der Anfangsbuchstabe der zwei bis fünf Buchstaben umfassende Abkürzung bezieht sich auf die ehemaligen Direktionszughörigkeit (der DRG und DR).

  • A = Hamburg (frühere Direktion Altona)
  • B = Berlin
  • D = Dresden
  • E = Essen
  • F = Frankfurt/M
  • H = Hannover
  • K = Köln
  • L = Halle
  • M = München
  • N = Nürnberg
  • R = Karlsruhe
  • S = Saarbrücken
  • T = Stuttgart
  • U = Erfurt
  • W = Schwerin

Beispiel: LL = Leipzig Hbf ein Bf;  LLMK = Leipzig Markt ein Bft

Bft → Bahnhofsteil:

Bahnhöfe können in Bft untergliedert sein, die durch Zwischensignale (Zsig) unterteilt sein können.

Bbf → Betriebsbahnhof:

Betriebstellen ohne Personenverkehr, z.B. Bahnhof zur Abstellen, Überhol- oder Kreuzungbahnhof (Ausweiche bei eingleisigen Strecken).

Balise:

Technische Einrichtung im Gleis, die Bahn betriebliche Informationen speichert und sie an passierende Schienenfahrzeuge überträgt, sofern diese Empfangsmodule besitzen und die Informationen verarbeiten können.

Betriebsstellen:

Infrastruktureinrichtungen des Schienenverkehrs,die für das reibungslosen Eisenbahnbetrieb benötigt werden. Als Betriebsstellen gelten: Bahnhöfe, Haltepunkte, Haltestellen, Überleitstellen und Deckungsstellen.

Betuweroute:

160 km lange NBS Rotterdam - Zevenaar des niederländischen Infrstrukturbetreibers KayRail. Teil des TEN 24 Korridors und mittelweile wichtigste Zulaufstrecke für den Seehafenhinterlandverkehr zu den ZARA-Häfen, ausgerüstet mit ECTS Level 2 und 25 kV AC.

Bk → Blockstelle:

Bahnanlage, die eine Blockstelle begrenzt. Eine Blockstelle kann zugleich als Bahnhof, Abzweigstelle, Anschlussstelle, Haltepunkt, Haltestelle, Überleitstelle oder Deckungsstelle eingerichtet sein.

Breitspur

Nachdem die von Stephenson gewählte Spurbreite von 1,435 mm (4 englische Fuß und 8,5 Zoll) den meisten Ländern übernommen wurde und als Regelspurweite anerkannt wurde, gilt dieses Maß von 1,435 mm als Normalspur. Breiter Spuren sind:

  • 1,520 mm (russische Breitspur, früher 1524 mm)
  • 1.600 mm (Irland)
  • 1,668 mm (iberische Breitspur von Spanien und Portugal)

BNetzA → Bundesnetzagentur:

Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen ist als Regulierungsbehörde zuständig für die Aufrechterhaltung und Förderung des Wettbewerbes in so genannten Netzmärkten. Seit dem 1.1.2006 ist sie für die Überwachung des Zugangs zur Eisbahninfrastruktur zuständig. http://www.bundesnetzagentur.de.

City-Tunnel Leipzig

Der City-Tunnel Leipzig ist ein Infrastukturprojekt der Stadt Leipzig und der Bahn zur Neustrukturierung des S-Bahnnetzes im Raum Leipzig / Halle.

Container

Wechselbehälter im Güterverkehr, Seecontainer sind inzwischen ISO-genormt. Ein Wechselbehälter ist ein austauschbarer Ladungsträger der sich vom Trägerfahrzeug trennen läßt. Der Amerikaner, Malcolm P. McLean setzte 1956 zum ersten Mal Großbehälter für den Transport auf LKW und Schiffen ein. Daher waren die ursprünglichen Abmessungen nach amerikanischer Normen gestaltet. Später wurden die heutigen ISO-Normcontainer eingeführt. Standardmaßeinheit für Container ist die TEU.

Crocdile

Zugsicherungssystem, das in Belgien, Frankreich und Luxemburg verwendet wird, in Belgien und Luxemburg unter dem Namen Memor bekannt. Das System wurde bereits 1872 in Nordfrankreich eingesetzt und wird heute durch KVB ergänzt, langfristig soll die Zugsicherung durch ETCS ersetzt werden.